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Heizkörper entlüften und Anlagendruck prüfen: Was Sie selbst erledigen können

Das Entlüften der Heizkörper und der Blick auf den Anlagendruck gehören zu den wenigen Arbeiten an der Heizung, die Sie ohne Fachkenntnis erledigen können. Die richtige Reihenfolge lautet: erst den Druck am Manometer ablesen, dann entlüften, dann erneut ablesen und bei Bedarf nachfüllen lassen. Wer die Reihenfolge umdreht, kann die Anlage in einen Zustand bringen, in dem sie abschaltet.

Woran Sie Luft im System erkennen

Das deutlichste Zeichen ist ein Heizkörper, der oben kalt und unten warm ist. Die Luft sammelt sich im höchsten Punkt und verdrängt dort das Wasser. Auch Gluckern und Rauschen deuten darauf hin. Betroffen sind zuerst die Heizkörper in den obersten Geschossen, weil Luft nach oben steigt.

Ein bisschen Luft ist normal und kommt über die Zeit ins System. Wenn Sie aber jedes Jahr mehrfach entlüften müssen, ist das kein Wartungsthema mehr, sondern ein Hinweis darauf, dass irgendwo Luft eingezogen wird oder der Druck nicht gehalten wird. Dann gehört der Fachbetrieb hinzu.

Wichtig ist die Abgrenzung zu einem anderen Bild: Ein Heizkörper, der insgesamt lauwarm bleibt, hat kein Luftproblem. Luft sammelt sich oben und erzeugt genau diesen Unterschied zwischen kaltem oberen und warmem unteren Bereich. Fehlt dieser Unterschied, liegt die Ursache woanders, und Entlüften bringt nichts außer Wasser auf dem Boden.

So gehen Sie vor

  • Notieren Sie den Wert am Manometer der Anlage, bevor Sie beginnen
  • Schalten Sie die Umwälzpumpe ab, damit die Luft zur Ruhe kommt, und warten Sie eine Weile
  • Beginnen Sie beim Heizkörper, der am weitesten oben und am weitesten entfernt liegt
  • Halten Sie ein Gefäß und ein Tuch bereit, denn es kommt Wasser
  • Öffnen Sie das Ventil vorsichtig, bis Luft entweicht, und schließen Sie, sobald Wasser austritt
  • Arbeiten Sie sich durch das Haus und lesen Sie zum Schluss den Druck erneut ab

Das austretende Wasser ist Heizungswasser und gehört nicht auf den Teppich. Es kann dunkel sein und Rückstände enthalten, das ist normal.

Der Anlagendruck

Beim Entlüften geht Wasser aus dem System, und der Druck fällt. Deshalb wird nach dem Entlüften erneut abgelesen. Welcher Wert für Ihre Anlage richtig ist, hängt vom Gebäude ab, insbesondere von seiner Höhe. Er steht meist auf einem Aufkleber an der Anlage oder in den Unterlagen. Wenn Sie ihn nicht kennen, fragen Sie beim nächsten Wartungstermin und schreiben Sie ihn sich an die Anlage.

Ein Manometer, das immer wieder abfällt, ist ein Warnzeichen. Entweder verliert die Anlage Wasser, und dann tropft es irgendwo, oder das Ausdehnungsgefäß arbeitet nicht mehr richtig. Beides gehört geprüft, statt es durch regelmäßiges Nachfüllen zu überdecken.

Wo Ihre Zuständigkeit endet

Nachfüllen klingt einfach, ist es aber nicht. Heizungswasser hat Anforderungen, und einfach Leitungswasser hineinzugeben kann der Anlage schaden, je nach Wasserbeschaffenheit und Anlagentyp. Auch der Nachfüllvorgang selbst muss so erfolgen, dass keine Rückwirkung ins Trinkwassernetz möglich ist.

Überlassen Sie das Nachfüllen deshalb dem Fachbetrieb, oder lassen Sie sich zeigen, wie es an Ihrer Anlage vorgesehen ist. Ebenfalls nicht Ihre Aufgabe sind Eingriffe an Sicherheitseinrichtungen, an der Regelung jenseits der Heizkurve und alles, was Werkzeug jenseits eines Entlüftungsschlüssels braucht.

Der richtige Zeitpunkt

Entlüftet wird vor der Heizperiode, wenn die Anlage angelaufen ist, aber noch niemand friert. Dann fällt auch auf, ob ein Heizkörper nicht warm wird, und es bleibt Zeit, das zu klären. Wer im Januar feststellt, dass ein Raum kalt bleibt, steht mit dem Problem in der Warteschlange.

Und noch ein Hinweis: Wenn ein Heizkörper nach dem Entlüften weiterhin nicht warm wird, liegt es nicht an der Luft. Dann ist entweder das Ventil defekt, oder die Wasserverteilung im Netz stimmt nicht. Für beides ist Entlüften nicht die Antwort.

Fazit

Druck ablesen, Pumpe aus, von oben nach unten entlüften, Druck erneut ablesen. Das können Sie selbst. Das Nachfüllen und alles, was mit Sicherheitseinrichtungen zu tun hat, gehört zum Fachbetrieb. Ein Druck, der immer wieder fällt, ist kein Wartungsthema, sondern ein Hinweis auf einen Defekt.

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