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Regenwasser nutzen: Was zu einer Anlage im Haus dazugehört

Eine Regenwassernutzung besteht aus mehr als einem Speicher im Garten. Zur Anlage gehören die Auffangfläche, ein Filter, der Speicher, eine Pumpe, ein eigenes Leitungsnetz und eine Nachspeisung für trockene Zeiten. Der kritischste Punkt ist dabei nicht die Technik, sondern die strikte Trennung vom Trinkwassernetz. Sie muss baulich und in der Kennzeichnung eindeutig sein.

Wofür sich Regenwasser eignet

Regenwasser ist weich und kostet nichts. Es eignet sich für alles, wofür keine Trinkwasserqualität nötig ist: Gartenbewässerung, Toilettenspülung und je nach Ausführung die Waschmaschine. Nicht geeignet ist es für alles, was mit Trinken, Kochen oder Körperpflege zu tun hat.

Der Nutzen hängt davon ab, wie viel Fläche Sie auffangen können und wofür Sie das Wasser tatsächlich brauchen. Ein großer Garten und eine Toilettenspülung im Haus ergeben ein anderes Bild als ein Balkon. Wer nur gießen möchte, ist mit einem einfachen Speicher am Fallrohr gut bedient und braucht keine Hausinstallation.

Diese Unterscheidung ist die wichtigste des ganzen Themas. Zwischen einer Tonne am Fallrohr und einer Anlage, die ins Haus führt, liegt kein gradueller Unterschied, sondern ein grundsätzlicher. Das eine ist Gartenzubehör, das andere ein Eingriff in die Hausinstallation mit allen Anforderungen, die daran hängen. Wer das eine plant, sollte nicht versehentlich beim anderen landen.

Die Bestandteile der Anlage

  • Auffangfläche: meist das Dach. Der Belag beeinflusst, wie sauber das Wasser ankommt.
  • Filter: hält Blätter und Grobschmutz zurück, bevor das Wasser in den Speicher gelangt.
  • Speicher: unterirdisch oder im Keller, kühl und dunkel, damit sich nichts vermehrt.
  • Überlauf: führt das ab, was der Speicher nicht mehr fasst. Wohin, ist eine Frage an die zuständige Stelle.
  • Pumpe und Steuerung: bringen das Wasser ins Netz und schalten bei Bedarf um.
  • Nachspeisung: versorgt die Verbraucher, wenn der Speicher leer ist.
  • Eigenes Leitungsnetz: getrennt und dauerhaft gekennzeichnet.

Die Trennung vom Trinkwasser ist nicht verhandelbar

Der zentrale Punkt jeder Regenwasseranlage ist, dass niemals Regenwasser ins Trinkwassernetz gelangen kann, auch nicht bei einem Defekt und auch nicht durch einen Fehler bei einer späteren Reparatur. Eine direkte Verbindung zwischen beiden Netzen ist unzulässig. Die Nachspeisung erfolgt deshalb über eine Anordnung, die eine Rückwirkung baulich ausschließt.

Ebenso wichtig: Alle Leitungen und Entnahmestellen müssen dauerhaft gekennzeichnet sein, damit klar ist, was dort herauskommt. Das schützt nicht nur Sie, sondern jeden, der in Jahren einmal an dieser Installation arbeitet und die Geschichte des Hauses nicht kennt. Diese Arbeiten gehören in die Hand eines Fachbetriebs.

Was vorher zu klären ist

Regenwasseranlagen berühren örtliche Regelungen. Ob eine Anzeige nötig ist, wie mit dem Überlauf umzugehen ist und ob die Nutzung Auswirkungen auf Gebühren hat, ist von Ort zu Ort verschieden. Auskunft gibt die Gemeinde beziehungsweise der zuständige Betrieb. Klären Sie das vor der Planung, nicht danach.

Praktisch zu klären sind außerdem der Platz für den Speicher, die Zugänglichkeit für Wartung und die Frage, ob bei einem Bestandsgebäude ein zweites Leitungsnetz überhaupt sinnvoll nachzurüsten ist. Im Neubau ist das ein Planungsdetail, im bewohnten Bestand ein Eingriff.

Denken Sie auch an die Zeit nach Ihnen. Eine Regenwasserinstallation ist eine Besonderheit, die jeder verstehen muss, der später an diesem Haus arbeitet. Wenn Sie das Gebäude einmal abgeben, gehören die Unterlagen und die Kennzeichnung zwingend dazu. Eine nicht erkennbare zweite Wasserversorgung ist eine Falle für die nächsten Bewohner.

Betrieb und Wartung

Eine Regenwasseranlage ist kein Gerät, das man vergisst. Filter setzen sich zu, der Speicher braucht Kontrolle, und die Steuerung sollte regelmäßig geprüft werden. Wer das vernachlässigt, bekommt Geruchsprobleme oder eine Pumpe, die im entscheidenden Moment nicht anläuft.

Planen Sie deshalb die Zugänglichkeit von Anfang an mit. Ein Filter, an den niemand herankommt, wird nicht gereinigt. Und der Speicher sollte so liegen, dass eine Kontrolle möglich ist, ohne dass der Garten aufgegraben wird.

Fazit

Regenwasser lohnt sich dort, wo genug Fläche auf echten Bedarf trifft. Zur Anlage gehören Filter, Speicher, Pumpe, Überlauf, Nachspeisung und ein getrenntes, gekennzeichnetes Netz. Die Trennung vom Trinkwasser ist der Kern der Sache und gehört zum Fachbetrieb. Örtliche Regelungen klären Sie vorab bei der Gemeinde.

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