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Rohrbruch: Die richtigen Handgriffe, bevor der Notdienst kommt

Bei einem Rohrbruch zählt die Reihenfolge. Zuerst wird die Hauptabsperrung geschlossen, dann der Strom im betroffenen Bereich abgeschaltet, dann das Wasser aufgenommen und der Schaden fotografiert. Erst danach folgen die Anrufe. Diese vier Handgriffe begrenzen den Schaden mehr als alles, was der Notdienst später tun kann, denn er ist nicht sofort da.

Die Hauptabsperrung kennen, bevor es passiert

Der wichtigste Punkt kommt vor dem Ernstfall. Jeder im Haushalt sollte wissen, wo der Haupthahn sitzt und wie er sich schließen lässt. Das ist meist im Keller oder in einem Hausanschlussraum. Prüfen Sie einmal in Ruhe, ob er sich überhaupt bewegen lässt, denn Absperrungen, die jahrelang nicht bewegt wurden, sitzen fest.

Wenn Sie ihn nicht gefunden haben, während das Wasser läuft, haben Sie viel Zeit verloren. Machen Sie deshalb einmal eine Trockenübung und zeigen Sie den Ort allen, die im Haus wohnen. Ein Schild an der Kellertür ist kein übertriebener Aufwand.

Dasselbe gilt für die Absperrungen der einzelnen Stränge und die Eckventile unter den Waschbecken. Wer weiß, dass er nur ein Bad absperren muss, lässt den Rest des Hauses in Betrieb. Diese Übersicht entsteht an einem ruhigen Nachmittag in einer Viertelstunde und ist im Ernstfall unbezahlbar.

Die Handgriffe im Ernstfall

  • Hauptabsperrung schließen. Wenn nur ein Bereich betroffen ist und Sie den zuständigen Strang sicher kennen, reicht dieser. Im Zweifel den Haupthahn.
  • Strom im betroffenen Bereich abschalten. Wasser und Elektrik vertragen sich nicht, besonders wenn Decken durchfeuchtet sind.
  • Wasser aufnehmen und Möbel wegräumen, soweit es gefahrlos geht.
  • Fotografieren, bevor Sie aufräumen. Diese Bilder brauchen Sie später.
  • Nachbarn informieren, wenn Wasser nach unten laufen könnte.
  • Erst dann telefonieren.

Wen Sie anrufen und in welcher Reihenfolge

Der Notdienst kommt zuerst, weil die Ursache abgestellt werden muss. Danach die Versicherung, die häufig eigene Anforderungen an die Meldung und an die Schadensminderung stellt. Wenn Sie zur Miete wohnen, informieren Sie zusätzlich unverzüglich die Vermieterseite, denn die Meldung ist Ihre Pflicht und die Beauftragung in der Regel nicht Ihre Sache.

Halten Sie beim Anruf bereit, was der Betrieb wissen muss: wo das Wasser austritt, ob Sie absperren konnten, ob Strom betroffen ist und wie er ins Haus kommt. Je klarer diese Angaben, desto passender kommt der Techniker ausgestattet.

Was Sie beim Notdienst vereinbaren sollten

Auch im Notfall gilt: Lassen Sie sich sagen, was gemacht wird. Ein Notdienst hat zwei Aufgaben, nämlich den Austritt zu stoppen und den Zustand zu sichern. Die eigentliche Instandsetzung ist meist ein zweiter Schritt, der in Ruhe geplant werden kann. Vermischen Sie beides nicht, nur weil gerade jemand da ist.

Klären Sie vor Arbeitsbeginn, dass Sie eine Rechnung mit Aufstellung der Leistungen bekommen und dass Zusatzarbeiten abgestimmt werden. Notieren Sie, wer wann da war und was getan wurde. Das ist keine Schikane, sondern die Grundlage für die Abwicklung mit der Versicherung.

Trocknung ist kein Nebenschauplatz

Der sichtbare Wasserschaden ist selten der ganze Schaden. Feuchtigkeit zieht in Estrich, Dämmung und Wände und bleibt dort, wenn nicht fachgerecht getrocknet wird. Was oberflächlich abgetrocknet aussieht, kann darunter monatelang feucht bleiben und dann Schimmel bilden.

Lassen Sie deshalb den Umfang der Durchfeuchtung fachlich feststellen, statt sie zu schätzen. Und widerstehen Sie der Versuchung, sofort neu zu verfliesen. Ein zu früh geschlossener Aufbau schließt die Feuchte ein.

Die Trocknung dauert und ist unangenehm, weil Geräte laufen und Lärm machen. Sie ist trotzdem der Teil, an dem sich entscheidet, ob der Schaden abgeschlossen ist oder in einem Jahr als Schimmel wiederkehrt. Lassen Sie sich das Ergebnis der Trocknung schriftlich bestätigen, bevor die Oberflächen wiederhergestellt werden.

Fazit

Absperren, Strom aus, Wasser weg, fotografieren, dann telefonieren. Wissen Sie vorher, wo der Haupthahn sitzt und ob er sich bewegen lässt. Trennen Sie die Notmaßnahme von der Instandsetzung, und lassen Sie die Durchfeuchtung fachlich beurteilen, bevor wieder geschlossen wird.

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