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Solarthermie: Wofür sich Sonnenwärme im Haus tatsächlich eignet

Solarthermie wandelt Sonnenlicht direkt in Wärme um und speist sie über einen Speicher ins Haus ein. Ihr naheliegendstes Einsatzfeld ist die Warmwasserbereitung, weil dieser Bedarf das ganze Jahr besteht. Eine Heizungsunterstützung ist möglich, wirkt aber vor allem in der Übergangszeit, denn im tiefsten Winter ist das Angebot am kleinsten, wenn der Bedarf am größten ist.

Der Unterschied zur Photovoltaik

Die Verwechslung ist häufig, der Unterschied grundlegend. Photovoltaik erzeugt Strom, der vielseitig verwendbar und ins Netz einspeisbar ist. Solarthermie erzeugt Wärme, die im Haus verbraucht werden muss, weil sie sich nicht sinnvoll transportieren lässt. Was der Speicher nicht aufnimmt und niemand braucht, ist verloren.

Daraus folgt die zentrale Auslegungsregel: Solarthermie muss zum Bedarf passen, nicht zur verfügbaren Dachfläche. Eine große Anlage auf einem Haus mit kleinem Warmwasserbedarf produziert im Sommer Überschüsse, mit denen niemand etwas anfangen kann.

Das Grundproblem und wie man damit umgeht

Sonnenwärme und Heizbedarf verlaufen gegenläufig. Im Sommer ist reichlich da und wenig gebraucht, im Winter umgekehrt. Der Speicher überbrückt Stunden und Tage, keine Jahreszeiten. Deshalb ist die realistische Erwartung eine deutliche Entlastung beim Warmwasser über weite Teile des Jahres und ein spürbarer Beitrag in Frühjahr und Herbst.

Wer mit dieser Erwartung plant, wird zufrieden sein. Wer erwartet, im Januar mit der Sonne zu heizen, wird es nicht. Die Anlage ersetzt keinen Wärmeerzeuger, sie entlastet ihn.

Das klingt bescheidener, als es ist. Warmwasser wird das ganze Jahr gebraucht, auch in den Monaten, in denen die Heizung stillsteht. Genau dann muss der Wärmeerzeuger sonst für diese eine Aufgabe anspringen und arbeitet dabei weit unter seiner Leistung. Eine Solarthermieanlage nimmt ihm diesen ungünstigen Betrieb über weite Teile des Jahres ab, und das ist ihr eigentlicher Beitrag.

Was die Anlage braucht

  • Eine Dachfläche mit brauchbarer Ausrichtung und ohne dauerhafte Verschattung
  • Statisch tragfähigen Untergrund und einen dichten Durchgang durch die Dachhaut
  • Einen Speicher, der zum Bedarf passt, und Platz dafür
  • Leitungswege vom Dach zum Speicher, möglichst kurz und gut gedämmt
  • Eine Regelung, die mit dem übrigen Wärmeerzeuger zusammenspielt
  • Einen Umgang mit Überschüssen im Sommer

Der letzte Punkt ist der anspruchsvollste. Wenn der Speicher voll ist und die Sonne weiter scheint, steigt die Temperatur im Kollektorkreis stark an. Eine ordentlich geplante Anlage hat dafür eine Lösung, sonst leidet die Anlagenflüssigkeit.

Das Zusammenspiel mit dem Wärmeerzeuger

Solarthermie arbeitet nie allein. Sie ergänzt einen Wärmeerzeuger, und das Zusammenspiel muss geregelt sein. Der Nachheizbetrieb darf nicht anspringen, wenn die Sonne in zwei Stunden liefert, und er muss anspringen, wenn sie es nicht tut. Diese Abstimmung ist der Teil, an dem die Qualität der Ausführung sichtbar wird.

In Kombination mit einer Wärmepumpe ergibt sich eine besondere Frage: Beide Systeme sind im Sommer für das Warmwasser zuständig, und beide können es. Ob sich der Aufwand für zwei Systeme lohnt oder ob die Dachfläche für Photovoltaik besser genutzt wäre, sollte im Einzelfall gerechnet werden. Diese Abwägung gehört in die Planung.

Dach und Zeitpunkt

Der beste Moment für eine Kollektoranlage ist der, in dem das Dach ohnehin bearbeitet wird. Dann sind Gerüst und Zugang da, die Durchdringung lässt sich sauber in die Eindeckung integrieren, und niemand muss zweimal aufs Dach. Wer eine Dachsanierung plant und über Solarthermie nachdenkt, sollte beides zusammen entscheiden.

Prüfen Sie außerdem, wie lange das Dach noch hält. Eine Anlage auf einer Eindeckung, die bald erneuert werden muss, wird später abgebaut und wieder montiert. Diese Frage stellt man besser vorher.

Fazit

Solarthermie entlastet zuverlässig beim Warmwasser und hilft in der Übergangszeit, ersetzt aber keinen Wärmeerzeuger. Legen Sie die Anlage nach dem Bedarf aus, nicht nach der Dachfläche, klären Sie den Umgang mit Sommerüberschüssen und koppeln Sie die Montage möglichst an eine ohnehin anstehende Dacharbeit.

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