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Verstopftes Abwasser: Ursachen, Vorbeugung und die Grenzen der Selbsthilfe

Die meisten Abflussprobleme entstehen aus wenigen Ursachen: erkaltetes Fett aus der Küche, Haare und Seifenreste im Bad, und Gegenstände, die in der Toilette nichts verloren haben. Ein einzelner träger Abfluss lässt sich oft mechanisch lösen. Was damit nicht zu beheben ist, gehört zum Fachbetrieb, bevor mit falschen Mitteln die Leitung beschädigt wird.

Wie eine Verstopfung entsteht

Sie entsteht selten plötzlich. In der Küche kühlt Fett in der Leitung ab, wird fest und legt sich an die Wandung. Daran bleiben Speisereste hängen, und der Querschnitt wird über Wochen kleiner. Im Bad bilden Haare zusammen mit Seifenresten Zöpfe, die den Ablauf zusetzen.

Deshalb kündigt sich das Problem an. Der Abfluss wird träge, das Wasser steht kurz, es gluckert. Wer diese Zeichen ernst nimmt und handelt, hat es mit einer Reinigung zu tun. Wer wartet, mit einer Verstopfung.

Der Unterschied zwischen beidem ist erheblich. Eine Reinigung ist eine Viertelstunde mit einem Eimer unter dem Siphon. Eine Verstopfung ist ein Notdienst, ein gefluteter Raum oder im schlechtesten Fall Abwasser, das dort ankommt, wo es niemand haben will. Zwischen diesen beiden Zuständen liegen oft nur ein paar Wochen Ignorieren.

Was Sie selbst versuchen können

  • Den Geruchsverschluss unter dem Becken öffnen und reinigen, mit einem Eimer darunter
  • Bei Dusche und Wanne den Ablauf öffnen und die Haare mechanisch entfernen
  • Die Saugglocke einsetzen, wobei der Überlauf zugehalten werden muss
  • Heißes Wasser durchlaufen lassen, um Fett anzulösen, wenn der Abfluss noch fließt
  • Bei mehreren betroffenen Stellen aufhören und den Fachbetrieb rufen

Der letzte Punkt ist der wichtigste. Wenn mehrere Entnahmestellen gleichzeitig nicht ablaufen, sitzt das Problem nicht im Becken, sondern in einer Sammelleitung. Dort kommen Sie nicht heran, und Herumstochern verschlimmert es.

Warum chemische Reiniger selten helfen

Sie sind das naheliegendste Mittel und das riskanteste. Bei einer vollständigen Verstopfung erreichen sie den Pfropfen oft gar nicht, sondern stehen darüber. Was bleibt, ist eine Leitung voller aggressiver Flüssigkeit, die der Fachbetrieb dann vorfindet und die die Arbeit gefährlich macht.

Hinzu kommt, dass diese Mittel je nach Werkstoff Dichtungen und Rohre angreifen können. Sie lösen ein Symptom, verschieben aber das Problem und erzeugen manchmal ein größeres. Wenn Sie sie eingesetzt haben und dann doch anrufen, sagen Sie es unbedingt, damit sich der Techniker schützen kann.

Vorbeugung ist einfacher als Reinigung

Fast alles ließe sich vermeiden. Fett gehört nicht in den Ausguss, sondern in den Abfall, und zwar auch das flüssige, denn flüssig ist es nur in der Pfanne. Ein Sieb im Ablauf von Dusche und Wanne fängt Haare, bevor sie in die Leitung kommen, und ist in Sekunden geleert.

In der Toilette gehören nur die Dinge, für die sie gedacht ist. Feuchttücher lösen sich nicht auf, auch wenn die Verpackung etwas anderes suggeriert. Sie sind eine der häufigsten Ursachen für Probleme, die weit über die eigene Wohnung hinausgehen. Dasselbe gilt für Hygieneartikel, Wattestäbchen und Katzenstreu.

Wann es kein Reinigungsthema mehr ist

Manchmal ist die Verstopfung nur das Symptom. Wenn dieselbe Stelle immer wieder zusetzt, liegt oft ein baulicher Grund vor: ein Gefälle, das nicht stimmt, ein Versatz an einer Verbindung, eine Wurzel in der Grundleitung oder ein Rohr, das beschädigt ist. Dann hilft keine Reinigung, sondern nur eine Untersuchung.

Der Fachbetrieb kann die Leitung mit einer Kamera befahren und sehen, was los ist. Das ist der Punkt, an dem sich entscheidet, ob weiter gereinigt oder saniert wird. Wer stattdessen jedes halbe Jahr spülen lässt, bezahlt die Sanierung in Raten, ohne sie zu bekommen.

Fazit

Fett und Haare sind die Hauptursachen, und beide lassen sich mit einem Sieb und dem Abfalleimer vermeiden. Ein einzelner träger Abfluss ist Selbsthilfe, mehrere betroffene Stellen sind es nicht. Chemische Reiniger lösen selten das Problem und gefährden die spätere Arbeit. Wiederkehrende Verstopfungen an derselben Stelle sind ein Fall für die Kamera.

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