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Wärmepumpe im Bestand: Welche Voraussetzungen ein Haus mitbringen sollte

Eine Wärmepumpe passt in einen Bestandsbau, wenn sich das Gebäude mit niedriger Vorlauftemperatur beheizen lässt. Das hängt an den Heizflächen, am Zustand der Gebäudehülle und daran, wie das Verteilnetz aufgebaut ist. Das Baujahr allein sagt darüber wenig aus. Manch saniertes Altbaugebäude eignet sich besser als ein nie angefasster Bau aus späteren Jahrzehnten.

Die Vorlauftemperatur ist der Schlüssel

Eine Wärmepumpe holt Wärme aus Luft, Erdreich oder Grundwasser und hebt sie auf das Temperaturniveau, das die Heizung braucht. Je kleiner dieser Hub, desto sparsamer arbeitet sie. Deshalb ist die entscheidende Frage nicht, ob die Technik in Ihr Haus passt, sondern mit welcher Vorlauftemperatur Ihr Haus auch an kalten Tagen warm wird.

Diese Frage lässt sich prüfen, statt sie zu schätzen. Der Fachbetrieb kann die Anlage versuchsweise absenken und beobachten, ob alle Räume die gewünschte Temperatur halten. Was dabei herauskommt, ist die belastbarste Grundlage für die Planung.

Der Versuch kostet nichts außer einer Heizperiode Aufmerksamkeit, und er beantwortet die Frage besser als jedes Gutachten aus der Ferne. Wenn Ihre bestehende Anlage das Haus auch bei anhaltender Kälte mit deutlich abgesenkter Temperatur warm hält, ist die wichtigste Voraussetzung bereits nachgewiesen. Bleibt ein Raum zurück, wissen Sie genau, an welcher Stelle nachgearbeitet werden muss, bevor die neue Technik einzieht.

Heizflächen und Verteilnetz

Flächenheizungen kommen naturgemäß mit niedrigen Temperaturen aus, weil sie viel Fläche haben. Aber auch Heizkörper können das, wenn sie großzügig dimensioniert sind. Häufig sind vorhandene Heizkörper größer, als die tatsächliche Heizlast es verlangt, weil das Gebäude zwischenzeitlich gedämmt oder die Fenster getauscht wurden. Wo einzelne Räume nicht mitkommen, reicht oft der Tausch weniger Heizkörper statt eines Umbaus im ganzen Haus.

Das Verteilnetz selbst spielt ebenfalls hinein. Enge oder stark verzweigte Leitungen begrenzen die Wassermenge, die transportiert werden kann. Bei niedriger Temperatur muss aber mehr Wasser fließen, um dieselbe Wärme zu liefern. Der Fachbetrieb prüft, ob das Netz das hergibt.

Aufstellort und Nachbarschaft

Luftgeführte Geräte brauchen einen Platz, an dem Luft frei angesaugt und abgegeben werden kann, ohne dass sie im Kreis läuft. Enge Innenhöfe und Nischen sind ungünstig. Hinzu kommt das Betriebsgeräusch: Es ist kein Lärm, aber es ist hörbar, und ein Aufstellort direkt unter dem Schlafzimmerfenster der Nachbarn führt zuverlässig zu Ärger.

  • Freie Luftführung ohne Kurzschluss zwischen Ansaugung und Ausblas
  • Abstand zu Schlafräumen im eigenen Haus und nebenan
  • Ableitung des anfallenden Kondensats
  • Zugang für Wartung und Reinigung
  • Erschütterungsarme Aufstellung, damit nichts in die Bausubstanz übertragen wird

Erdgekoppelte Anlagen umgehen das Geräuschthema weitgehend, brauchen dafür aber Fläche oder Bohrungen und damit eine Genehmigung. Was in Ihrem Fall gilt, sagt Ihnen die zuständige Behörde.

Warmwasser mitdenken

Das Warmwasser braucht ein höheres Temperaturniveau als die Raumheizung. Deshalb ist es kein Randthema, sondern Teil der Auslegung. Wie viel warmes Wasser wann gebraucht wird, welcher Speicher dazu passt und wie die Hygiene sichergestellt wird, gehört in die Planung. Wer nur die Raumheizung betrachtet, plant an der Hälfte des Betriebs vorbei.

Im Sommer ist das Warmwasser sogar der einzige Grund, warum die Anlage überhaupt läuft. Eine Auslegung, die diesen Betriebszustand nicht mitdenkt, führt zu einem Gerät, das monatelang weit unter seiner Leistung arbeitet und deshalb ständig ein- und ausschaltet. Sprechen Sie deshalb über Ihre Gewohnheiten und nicht über Personenzahlen.

Reihenfolge der Schritte

Sinnvoll ist es, erst die Wärmeverluste zu senken, dann die Wärmeübergabe zu prüfen und erst danach den Wärmeerzeuger zu wählen. Wer diese Reihenfolge umdreht, legt die Wärmepumpe auf einen Zustand aus, den es nach der nächsten Sanierung nicht mehr gibt. Ein zu groß gewähltes Gerät taktet und arbeitet unsauber.

Das heißt nicht, dass erst das ganze Haus saniert sein muss. Es heißt, dass die Planung wissen sollte, was noch kommt. Fragen Sie Ihren Fachbetrieb, wie die Auslegung mit geplanten Maßnahmen an Fenstern, Dach oder Fassade zusammenpasst.

Fazit

Die Eignung eines Bestandsgebäudes hängt an der Vorlauftemperatur, nicht am Baujahr. Prüfen Sie im laufenden Betrieb, wie weit sich die Anlage absenken lässt, klären Sie Heizflächen, Verteilnetz, Aufstellort und Warmwasser, und legen Sie die Reihenfolge der Sanierungsschritte fest, bevor das Gerät ausgewählt wird.

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